Infrastruktur-Projekt "Neue Seidenstaße": Angriff Chinas auf Europa

05.02.2018

Straßen und Schienen, über tausende Kilometer, zwischen Asien und Europa, See- und Flughäfen, Kraftwerke, Pipelines und Logistikzentren - 900 Milliarden Dollar investiert China in den Aufbau der "Neuen Seidenstraße".

Wer den Begriff „Seidenstraße“ hört, denkt an Kamele, die in längst vergangenen Zeiten in Karawanen Stoffe und Gewürze durch die Wüste transportierten oder an Marco Polo, der einst die Nudel von seiner China-Reise nach Italien brachte. Straßen und Schienenstrecken, über tausende Kilometer, zwischen Asien und Europa, See- und Flughäfen, Kraftwerke, Pipelines und Logistikzentren - 900 Milliarden Dollar will China bis 2043 in den Aufbau der "Neue Seidenstraße" investieren.


"Neue Seidenstraße“, von Shanghai bis nach Duisburg – Der Angriff Chinas


Das Netz aus Handelswegen zu Land, zu Wasser und in der Luft soll die asiatischen, afrikanischen und europäischen Staaten, die zwischen China und der alten Welt liegen, miteinander verbinden. China will sich so Europa nähern. Naiv, romantisch und wenig beängstigend hört sich die Geschichte an und hat den Hauch einer Abenteuerreise, an deren Ende Ruhm und Reichtum winken sollen. Fragt sich nur, für wen?
Neue Seidenstraße - Der Angriff auf Europa
Das obige Schaubild der Universität Duisburg verdeutlicht die chinesischen Ziele und erklärt die Investitionen der letzten Jahre in logistische Projekte wie Häfen, Flughäfen, Kraftwerke oder Pipelines. Ein Schelm wer hier Böses denkt.


China erkauft sich die Welt. Geld macht Freunde


Gezielt investiert China global in Infrastrukturprojekte und bringt so wirtschaftlich schwachen Ländern Investitionen, Arbeit und Zukunft. Aber zum Null-Tarif sicher nicht. Die Chinesen erkaufen sich so sukzessive die Puzzle-Stücke, die ihnen zur Vervollständigung ihres Bildes wichtig sind. Das nennt man Strategie und dem haben die Europäer aktuell nichts entgegen zu setzen.

Das Mammutprojekt, das der chinesische Staatschef massiv nach vorne treibt, nimmt immer konkretere Formen an. Mit dem gigantischen Projekt untermauert China ihre geopolitischen und weltwirtschaftlichen Ambitionen.

Die „Neue Seidenstraße“ – Auswirkungen auf Europa


Was bedeutet das für Europa, für die europäische und deutsche Wirtschaft?  Optimisten hoffen, dass die „Neue Seidenstraße“ dazu führen wird, dass China sich schrittweise westlichen Regeln, Standards und Gesetzen anpasst. Dagegen befürchten die Kritiker eher das Gegenteil, sie warnen vor einer Globalisierung chinesischer Prägung, wo Bekenntnisse zu Umwelt, Gesundheit und Sozialem auf der Strecke bleiben.

In Deutschland hat sich die Politik und Wirtschaft noch nicht einmal ansatzweise mit der Herausforderung beschäftigt. Sicher ist nur eins, die Konzerne, Großunternehmen sowie der gehobene Mittelstand werden zu den Profiteuren dieses Megaprojektes gehören. Doch wie sieht es mit der breiten Masse der kleinen und mittleren Unternehmen aus?


Auswirkungen in allen Branchen


Hier wird es zu einem weiteren gigantischem Aderlass und Sterben kommen, denn die Konzentrationstendenzen der letzten Jahrzehnte werden sich dann erst richtig verschärfen.

Erste Branchen reagieren und richten ihre Strategien neu aus, wie zum Beispiel die Leuchten-Branche- Dort beschäftigt man bereits intensiver mit dem Thema „Neue Seidenstraße“ und deren Auswirkungen. So bauen die Chinesen gerade in Duisburg das größte Leuchten-Logistik-Zentrum Europas, um künftig von diesem Standort den Handel direkt bedienen zu können.

Getrieben von dem Bau dieses gigantischen Logistik-Zentrums reagieren die großen Player der deutschen Leuchten-Branche und setzen gegenwärtig große Investitionsvorhaben um und investieren in den Ausbau eigener Logistik-Zentren. Und die Kleinen? Diese werden ihre Betriebe gezwungenermaßen runter fahren, sich aus dem Markt verabschieden oder an Größere verkaufen, wenn sie denn noch rechtzeitig reagieren. 

China braucht die „Neue Seidenstraße“ und Europa liegt im Tiefschlaf


China braucht das Projekt „Neue Seidenstraße“, denn es hat enorme Überkapazitäten im Bau-, Stahl und Transportbereich aufgebaut, die nach Antworten suchen, denn der eigene Markt zeigt erste Sättigungstendenzen.

Auch reicht die eigene Binnennachfrage nicht aus, um die chinesische Wirtschaft langfristig zu sichern, schon heute sind deutliche Abwanderungstendenzen europäischer Unternehmen zu beobachten, kein Wunder Angesicht deutlich steigender Löhne und Kosten.

Mit der „Neue Seidenstraße“ werden Züge von bis zu 5 km Länge Container gefüllt mit chinesischen Erzeugnissen nach Europa bringen und das Ganze binnen 14 Tagen. Duisburg, mit seinem riesigen Binnenhafen, ist einer der wesentlichen logistischen Punkte in Europa und für die Chinesen strategisch bedeutend.

Ins Bild passen auch die europaweit riesigen Investitionen in Seehäfen, Flughäfen, Kraftwerke, Logistikzentren und Infrastrukturprojekte durch staatlich gelenkte chinesische Investoren.

Was machen die kleinen und mittleren Betriebe? Haben sie eine Chance?


Die Politik, Konzerne und Großunternehmen werden uns das Ganze als Segen verkaufen, kein Wunder, denn sie werden wie schon erwähnt zu den Gewinnern gehören. Doch die kleinen und mittleren Betriebe, mit einer regionalen Marktausrichtung, werden die negativen Folgen deutlich zu spüren bekommen.

Die einzelnen Branchen müssen sich dringend der chinesischen Gefahr bewusst werden, entsprechende Strategien entwickeln und verstärkt Einfluss auf die politische Meinungsbildung nehmen.

In den kleinen und mittleren Betrieben muss dringend die Bereitschaft wachsen, fundamentierte und gewachsene Sichtweisen über Bord zu werfen, in Zusammenschlüssen und Kooperationen zu denken und sich der eigenen wahren Stärken bewusst zu werden.

Interessiert Sie das Thema „Neue Seidenstraße“? Dann lassen Sie uns diskutieren und uns austauschen, mit anderen Unternehmern und Querdenkern. Sprechen Sie uns an. kaufmann@wirtschaftinwestfalen.de

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